








Heute nehme ich Sie mit in ein großes, zylindrisches Backsteingebäude. Es handelt sich um einen städtischen Wasserturm, der in Spitzenzeiten für eine ausreichende Wasserversorgung sorgen und einen konstanten Druck im Wasserversorgungsnetz aufrechterhalten sollte. Er wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg erbaut und ragt mehr als 35 Meter in die Höhe. Im Inneren verbirgt sich ein riesiger, vernieteter Tank, der unglaubliche 3.000 m³ Wasser fasst. Heute ist der Wasserturm nicht mehr in Betrieb. Er wurde wegen Undichtigkeiten am Behälter und aus Sorge, dass es zu einem Bruch und einer daraus resultierenden Katastrophe kommen könnte, stillgelegt. Das Bauwerk verfällt inzwischen zusehends. Das beschädigte Dach ist provisorisch mit einer roten Plane abgedeckt. Diese dichtet jedoch nicht besonders gut ab, und das Wasser dringt nach und nach ins Innere ein. So entsteht eine etwas paradoxe Situation – ein Bauwerk, das einst Wasser speicherte und zur Versorgung der Stadt beitrug, wird heute selbst durch Wasser zerstört. Dieses dringt durch das Dach ein und zerstört langsam die innere Galerie rund um den riesigen Behälter.

Auf ihrer Website erfahren Sie, dass das Unternehmen zu den ältesten Maschinenbauunternehmen der Welt gehört – es ist bereits seit 1889 weltweit tätig. Aus Edelstählen stellten sie alles her, was man sich nur vorstellen kann. Und plötzlich steht man in einer verlassenen Härterei, in einem Prüfraum, in dem noch immer Geräte zur Materialprüfung auf den Tischen stehen, gehen durch Hallen, in denen überall Unordnung herrscht und nur hier und da eine vergessene Maschine steht, darunter ein amerikanisches Unikat, das noch mit einem Getriebeantrieb ausgestattet ist, oder durch Werkstätten und die Büros der Meister … ein seltsames Gefühl.
