Irgendwo in der Nähe von Kaolin
Der Abbau läuft auf Hochtouren, doch es gibt auch Orte, an denen die Zeit stehen geblieben ist. An einem der Gebäude ist bis heute der verblasste kommunistische Slogan „FÜR DIE VORZEITIGE ERFÜLLUNG DER AUFGABEN“ zu sehen, der an eine Zeit erinnert, als die Industrie ein Symbol für Fortschritt und Leistung war. Gerade Kaolin gehört zu den Rohstoffen, die in der tschechischen Industrie eine lange Tradition haben und bis heute von großer Bedeutung sind.
Kaolin ist ein feinkörniges weißes Gestein, das hauptsächlich aus dem Mineral Kaolinit besteht. Es entsteht durch langwierige Verwitterung von Feldspatgesteinen, beispielsweise Granit. Dank seiner weißen Farbe, seiner Feinheit und seiner Beständigkeit gegen hohe Temperaturen wurde er zu einem bedeutenden industriellen Rohstoff, der in vielen Bereichen eingesetzt wird.
Charakteristisch für ihn sind seine weiße bis hellgraue Farbe, seine Weichheit und seine leichte Verarbeitbarkeit. Nach dem Anrühren mit Wasser bildet es eine formbare Masse, weshalb es insbesondere bei der Herstellung von Porzellan und Keramik unersetzlich ist. Aber auch in anderen Branchen findet es Anwendung – es wird bei der Papierherstellung, im Bauwesen, bei der Herstellung von Farben und Lacken, in der Kosmetik sowie in der pharmazeutischen Industrie verwendet.
So bleibt Kaolin auch heute ein Rohstoff, auf den die moderne Industrie kaum verzichten könnte. Und obwohl der Abbau in vollem Gange ist, tragen einige Orte rund um die Gruben noch immer Spuren der Vergangenheit, die an längst vergangene Zeiten erinnern.